Fieber und Fieberkrämpfe

Definition:

Erhöhung der Körperkerntemperatur bei Säuglingen über 38,5°, bei Kleinkindern über 38,0°C.

Ursachen:

Erhöhte Körperkerntemperatur entsteht infolge einer komplexen, reversiblen Temperatursollwertverstellung im Temperaturzentrum des Gehirns. Fieber verursachen so genannte Pyrogene und andere Stoffwechselprodukte, die bei Infektionen gebildet werden und das Temperaturzentrum über einen komplizierten Mechanismus auf einen höheren Sollwert einstellen. Der Körper produziert vermehrt Wärme durch eine Zunahme der muskulären Aktivität (Fieberzittern; Schüttelfrost), bis der neue Sollwert erreicht ist. Dabei kann es zum Fieberkrampf kommen.

Funktion:

Fieber erhöht u.a. die Aktivität des Fresszellsystems (Makrophagen/Mikrophagen) zur Abtötung von Erregern und aktiviert die Antikörperbildung.

Sonderfall Neugeborene und junge Säuglinge:

In diesem Alter können schwere Infektionen auftreten ohne Fieber. Symptome wie Trinkunlust oder Blass- bzw. Blauwerden der Haut sind typische Symptome.

Fieberkrampf:

Von Fieberkrämpfen sind je nach genetischer Veranlagung etwa 4% der Kinder bis zum Alter von 5 Jahren betroffen. Nach dem 5. Lebensjahr treten keine Fieberkrämpfe mehr auf.

  • Ablauf wie bei einem großen Krampfanfall mit Augenverdrehen, Bewusstlosigkeit und rhythmischen Muskelzuckungen oder völliger Muskelschlaffheit.
  • Dauer in der Regel nur Sekunden bis einige Minuten.

Nur bei 5% der Kinder, die einen Fieberkrampf erleiden, kann dies Erstsymptom einer Epilepsie sein. Fieberkrämpfe schädigen nicht das Gehirn.

Verlauf und Symptomatik:

Fieber verläuft in der Regel in 3 unterscheidbaren Phasen

aus Silbernagl, Lang: Taschenatlas der Pathophysiologie

aus Silbernagl, Lang: Taschenatlas der Pathophysiologie

In der Anstiegsphase tritt ein Kältegefühl auf, die Hautdurchblutung nimmt ab (blaues Stadium). Dadurch wird die Wärmekonvektion geringer, das entstehende Fröstelgefühl führt zu Fieberzittern, unter Umständen zum Schüttelfrost. Verringerter Wärmeaustausch und zusätzliche muskuläre Wärmeproduktion führen zur Kerntemperaturerhöhung, bis der neue Kerntemperatur-Sollwert erreicht ist. Die folgende Plateauphase kann mehr oder weniger lang anhalten. Herzschlag und Atmung sind jetzt beschleunigt, die Patienten können benommen sein, es besteht in der Regel ein Krankheitsgefühl. Lässt der pyrogene Reiz nach, schaltet das Temperaturzentrum wieder auf Normaltemperatur, die  Hautdurchblutung wird erhöht, das zentral erhitzte Blut gibt die Wärme über die Haut nach außen (rotes bzw. heißes Stadium) ab, die Haut ist heiß und die Schweißproduktion erhöht. Der Allgemeinzustand bessert sich.

Fiebermessen:

Am besten ist die Messung im After mit einem handelsüblichen digitalen Fieberthermometer. Mit etwas Öl oder Vaseline auf der Thermometerspitze wird das Messinstrument vorsichtig in den After des Kindes eingeführt. Das Kind sollte dabei auf der Seite liegen, Babys auf dem Rücken. Die Messzeit beträgt ein bis zwei Minuten. Das Fieberthermometer ist nach jeder Messung zu reinigen.

Vorgehen:

  • Verdacht auf Fieber (Kind wirkt müde, evtl. gerötete Wangen, evtl. Fieberzittern): Körpertemperatur messen.
  • Fieber vorhanden: Eltern verständigen, um das Kind abholen zu lassen.
  • Fieberkrampf: Kind in stabiler Seitenlage lagern, Atemwege frei halten, beengende Kleidung ausziehen. Das Kind umgehend einem Kinder- und Jugendarzt vorstellen, wenn der Krampf abgeklungen ist. Sollte der Krampfzustand länger als 5 Minuten anhalten, umgehend einen Kinder- und Jugendarzt herbeirufen oder einen Notarzt rufen.

Fegeler, September 2013

Weitere Informationen zum Thema:

http://www.kindergesundheit-info.de  Themen/Krankes-Kind/Fieber & CO/Fieber/

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