Windpocken (Varizellen) und Gürtelrose (Herpes zoster)

Gut zu wissen

Falls keine Immunität vorliegt: unbedingt impfen lassen!

Bei Verdacht auf mögliche Infektion in der Tagesstätte oder Gruppe:

  • Alle informieren, Impfstatus überprüfen
  • Ungeimpfte Kontaktpersonen ab 7. Tag nach Kontakt – also vor Beginn der manifesten Erkrankung – von der Kita bzw. der Gruppe fernhalten (zu beachten: Windpocken sind ein bis zwei Tage vor Ausbruch des Exanthems ansteckend).
  • Bei ungeimpften Kindern kann die sog. postexpositionelle Impfung
    (= Inkubationsimpfung) das Ausbrechen der Krankheit verhindern oder den Verlauf abmildern. Eine solche Impfung müsste dann innerhalb von 5 Tagen nach Exposition und möglicher Ansteckung erfolgen – je früher, desto besser.
  • Mütter von ungeimpften Kindern von der Sinnhaftigkeit einer aktiven Impfung überzeugen.

Windpocken (Varizellen)

Ursache

Varizella-Zoster-Viren (VZ-Viren gehören zu der Gruppe der Herpesviren).

Übertragung

Tröpfcheninfektion, zum Beispiel durch Husten und Niesen, Einatmen des virenhaltigen Tröpfcheninhaltes. Die virenhaltigen Tröpfchenkerne schweben lange Zeit in der Luft; Infektion über größere Entfernung (mindestens einige Meter) sind möglich, daher kommt auch der Name Windpocken.

Windpockenausschlag. Gleichzeitig sind Bläschen mit wässrigem Inhalt und (links) eine Pustel mit vereitertem Inhalt zu sehen.

Windpockenausschlag. Gleichzeitig sind Bläschen mit wässrigem Inhalt und (links) eine Pustel mit vereitertem Inhalt zu sehen.

Windpocken sind sehr ansteckend, fast jeder Kontakt mit einer erkrankten Person führt zur Ansteckung.

Symptome und Verlauf

Eine bis drei Wochen nach der Ansteckung (sog. Inkubationszeit) treten in der Regel leichtes Fieber und Abgeschlagenheit auf.

Bald entwickelt sich ein Hautausschlag mit Papeln, die sehr bald in das Bläschenstadium übergehen, der im Gesicht und am Körper beginnt und sich anschließend auch auf Arme und Beine ausbreitet. Auch die Schleimhäute und die behaarte Kopfhaut können betroffen sein.

Typisch für Windpocken ist, dass der Ausschlag in verschiedenen Stadien gleichzeitig vorhanden ist (frische Papeln und Bläschen, vereiterte Bläschen [Pusteln] und verschorfte Bläschen). Wegen des „bunten“ Bildes spricht man vom „Sternhimmel“.

Windpockenausschlag an den ersten Tagen der Erkrankung.

Windpockenausschlag an den ersten Tagen der Erkrankung. Man sieht nebeneinander gerade aufschießende Pusteln, und Bläschen in verschiedenen Ausprägungsstadien, (noch) keine vereiterten Bläschen (Pusteln) oder Verkrustungen.

Die Effloreszenzen (der Hautausschlag) können jucken. Sie heilen in der Regel narbenlos ab, können aber, wenn sie vereitern, auch Narben hinterlassen.

Komplikationen

Lungenentzündung, selten Hirn- und Kleinhirnentzündung, sehr selten weitere, z.T. gravierende Begleiterkrankungen; in der Regel komplikationsloser Verlauf.

Behandlung der Windpocken

Es gibt ein wirksames Virustatikum (Aciclovir), das bei zu erwartenden schweren Verläufen (etwa bei Immunmangelkrankheiten) innerhalb der ersten drei Tage nach Krankheitsbeginn, möglichst sofort, nach erstem Auftreten des Ausschlabges, gegeben werden muss. Meistens reicht eine symptomatische Behandlung aus.

Verhütung von Ansteckung

Impfung. Vermeidung von Kontakten mit erkrankten Kindern bis mindestens fünf Tage nach Auftreten des Ausschlages.

Gürtelrose (Herpes zoster)

Gürtelrose im Ausbreitungsgebiet eines Hautnerven, bis zu Mittellinie reichend.

Gürtelrose im Ausbreitungsgebiet eines Hautnerven, bis zu Mittellinie reichend.

Die Gürtelrose wird durch die gleichen Viren verursacht; diese Erkrankung kann nach vielen Jahren auftreten, wenn im Körper verbliebene oder neu hinzugekommene VZ-Viren wieder aktiv werden.

Es handelt sich um eine fast immer einseitige Nervenentzündung (Neuritis), die mit erheblichen Schmerzen, Bläschenbildung und oft schweren, langanhaltenden Allgemeinsymptomen einhergeht.

Zu beachten: Erstinfektion in der Schwangerschaft

Gürtelrose im Ausbreitungsgebiet eines Hautnerven, typischerweise die Mittellinienicht überschreitend. Hautläsionen mit Blasen und Krusten

Gürtelrose im Ausbreitungsgebiet eines Hautnerven, typischerweise die Mittellinienicht überschreitend. Hautläsionen mit Blasen und Krusten.

Etwa 2% der Kinder von Müttern, die während der Schwangerschaft an Windpocken erkrankt sind, leiden am fetalen Varizellen-Syndrom, bei dem vor allem Haut, Hirn und Augen sowie weitere Organsysteme betroffen sein können.

Neugeborene sind hochgradig gefährdet, wenn die Mutter in den letzten fünf Tagen vor bis zwei Tage nach der Entbindung an Windpocken erkrankt.

Comments are closed, but trackbacks and pingbacks are open.