Sonnenbrand und Sonnenschutz

Gut zu wissen:

  • Babys unter 12 Monaten sollten überhaupt keiner Sonnenstrahlung ausgesetzt werden.
  • Bei Kleinkindern ist der Schutz vor Sonnenbränden durch geeignete Textilien und Sonnenschutzcremes mit hohem Lichtschutzfaktor besonders wichtig, um spätere Gesundheitsschäden zu vermeiden.

Der Aufenthalt an der frischen Luft mit viel Bewegung ist Teil einer gesunden kindlichen Entwicklung – Kita-Mitarbeiterinnen und KindertagespflegerInnen sollten ihn daher fördern. Wichtig ist allerdings, dass eine übermäßige Einwirkung von UV-Strahlung bei sommerlichem Wetter vermieden wird.

Sonnenbrände vermeiden!

Sonnenbrand und Sonnenschutz

Bildquelle: manwalk / pixelio.de

Die Rötung der Haut bei einem Sonnenbrand (Erythem) entsteht dadurch, dass die UV-Strahlung gefäßerweiternd und durchblutungsfördernd wirkt. Wie schnell sich ein Sonnenbrand entwickelt, hängt vom Alter und vom Hauttyp ab. Am meisten gefährdet sind Menschen mit heller Hautfarbe, blauen Augen, rötlichem oder blondem Haar und Sommersprossen.

Die gesundheitlichen Auswirkungen von übermäßiger UV-Strahlung im Verhältnis zu anderen Umwelteinflüssen werden häufig unterschätzt. Zwar hat die UV-Strahlung auch positive Wirkungen – sie trägt wesentlich zur Versorgung mit Vitamin D bei. Dies ist aber schon gegeben, wenn man Gesicht und Hände für eine Viertelstunde täglich der Sonne aussetzt.

Kinder und Jugendliche erkranken zwar nur selten an Hautkrebs, doch erhöhen Sonnenbrände in der frühen Kindheit das Risiko für Hautkrebs im Erwachsenenalter, da übermäßige UV-Exposition in der Kindheit die Epidermis (oberste Hautschicht) schädigt. Dies begünstigt, in Verbindung mit einer genetischen Vorbelastung, eine spätere Krebserkrankung.

Beim Hautkrebs unterscheidet man zwischen dem

  • Schwarzen Hautkrebs (malignes Melanom), dem
  • Basalzellkarzinom (Basaliom) und dem
  • Plattenepithelkarzinom (Spinaliom).

Schwarzer Hautkrebs tritt im Verhältnis zu den beiden anderen Tumorarten seltener auf, ist allerdings wesentlich bösartiger.

Ausführliche Informationen zu diesem Thema finden Sie auf Allum (Informationsangebot Allergie, Umwelt und Gesundheit) unter „Hautkrebs„.

Vorbeugung und Schutzmaßnahmen

  • Im ersten Lebensjahr sollten Kinder nach Möglichkeit gar keiner direkten Sonnenstrahlung ausgesetzt werden, auch nicht unter Anwendung von Sonnencreme, da ihre Haut noch sehr dünn und der UV-Eigenschutz nicht ausreichend entwickelt ist.
  • Zum Schutz von Kindern ab dem 12. Monat dienen (ebenso wie bei Erwachsenen) Sonnenschirme, Mützen und lange Textilien.
  • Kopf und Gesicht sowie Ohren und Nacken sind besonders empfindlich. Die Augen sind durch geeignete Kopfbedeckungen oder Sonnenbrillen zu schützen. Auch Fersen und Fußrücken sollten bedeckt werden.
  • Unbedeckte Körperteile sind mit einem Sonnenschutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor einzucremen.

Sonnenschutzmittel

Die Auswahl des Sonnenschutzmittels nach dem Lichtschutzfaktor (LSF) hängt vom Hauttyp und vom Alter ab. Bei Kindern ist grundsätzlich ein Mittel mit hohem Lichtschutzfaktor (LSF 30 oder höher) angebracht.

Das Sonnenschutzmittel sollte man schon kurz vor dem Einwirken des Sonnenlichts großzügig auftragen und regelmäßig (ca. alle zwei Stunden) erneuern.

Um den Schutz auch beim Schwimmen oder Baden zu gewährleisten, sollte das Mittel wasserfest ist. Auch dann empfiehlt es sich, nach dem Verlassen des Wassers erneut einzucremen.

Sonnenschutzmittel, Neurodermitis und Allergierisiko

Dass Sonnenschutzmittel bei Kleinkindern Kontaktallergien auslösen können, wird von Hautärzten und Allergologen verneint.

Für Kinder, die unter Neurodermitis leiden, sind spezielle hautverträgliche Mittel im Handel erhältlich.

Mehr zum Thema

Auf Allum (Informationsangebot Allergie, Umwelt und Gesundheit) finden Sie detaillierte Informationen zu diesem Thema auf den folgenden Seiten:

Broschüre „Mit heiler Haut durch den Sommer“

Die Broschüre „Mit heiler Haut durch den Sommer“ des Bundesamtes für Strahlenschutz informiert über den richtigen Schutz von Kindern vor UV-Strahlung.

Autoren: Prof. Dr. med. Karl Ernst von Mühlendahl, M. A. Ulrich Voss