Salmonelleninfektion (Salmonellose)

Gut zu wissen:

  • Die Erkrankung muss dem zuständigen Gesundheitsamt gemeldet werden.
  • Durch geeignete Hygienemaßnahmen lassen sich Infektionen vorbeugen.
Bildquelle: KFM / pixelio.de.

Bildquelle: KFM / pixelio.de.

Salmonellen sind Bakterien, die Erkrankungen – vorwiegend solche des Magen-Darm-Traktes – auslösen können. In der Regel kommt es zu Durchfällen, die Folgen einer Dünndarmentzündung (Enteritis) oder Dickdarmentzündung (Colitis) oder auch einer Enterocolitis sind. Es kann auch zu Erbrechen kommen (Gastro-Enteritis).

In der Regel sind diese Erkrankungen harmlos. Bei gestörter Immunabwehr und bei jungen Säuglingen kann die Aussaat von Salmonellen über das Blut (Bakteriämie) gefährlich sein. Die seltene typhöse Verlaufsform (Typhus), zumeist hervorgerufen durch Salmonella typhi und Salmonella paratyphi, kann lebensbedrohlich sein. In solchen Fällen ist eine antibiotische Behandlung erforderlich.

Ursache und Übertragung

In den meisten Fällen werden Salmonellen oral, durch den Verzehr von Lebensmitteln, übertragen.

Insbesondere rohe Eier und eihaltige Produkte wie Mayonnaise oder Eischaum, nicht richtig gegartes Fleisch (vor allem von Geflügel) sowie zu warm gelagerte Speisen bergen ein Infektionsrisiko, besonders dann, wenn sich in diesen Speisen über Stunden oder Tage hinweg die Salmonellen vermehren konnten.

Selten erfolgt eine Übertragung durch das Streicheln von Haustieren (Reptilien, Schildkröten) oder von Mensch zu Mensch.

Zur Infektion kommt es, wenn ausreichend viele Bakterien aufgenommen werden. Sind dies bei Erwachsenen zwischen zehntausend und einer Million, so genügen bei Neugeborenen und jungen Säuglingen und bei immungeschwächten Personrn deutlich weniger Keime.

Inkubationszeit

Die Inkubationszeit beträgt 5 bis 72 Stunden.

Symptome und Verlauf der Salmonellenenteritis

Die Salmonellenenteritis äußert sich in Form von Durchfall, Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen und Fieber.

Bei Kindern und immungeschwächten Erwachsenen kann die Infektion, wenn sie nicht ausreichend behandelt wird, schwere Folgeerkrankungen nach sich ziehen.

Therapie

Die Symptome klingen in der Regel nach einigen Tagen wieder ab, so dass es meistens ausreicht, wenn für eine genügende Flüssigkeitszufuhr gesorgt wird.

Bei typhösen Verläufen und bei Kindern und Erwachsenen mit Abwehrschwäche kann die Gabe von Antibiotika erforderlich sein.

Vorbeugung und Hygienemaßnahmen

  • Eier, eiweißhaltige Lebensmittel (z. B. Mayonnaise) sowie rohe Fleisch- und Wurstprodukte sollten nach dem Einkauf umgehend in den Kühlschrank gebracht werden.
  • Da Eierschalen eine natürliche Schutzschicht gegen das Eindringen von Bakterien besitzen, ist es sinnvoll, Eier erst kurz vor der Verwendung ausreichend zu waschen.
  • Rohe Eier, deren Schale Risse aufweist, sollten nicht mehr ungekocht oder ungebraten verwendet werden; bereits hartgekochte Eier mit beschädigter Schale sollte man schnell verzehren.
  • Vorsicht beim Auspusten von Ostereiern: Dieses sollte über ein Hilfsmittel (Trinkhalm) erfolgen, da durch direkte Berührung mit dem Mund Salmonellen übertragen werden können.
  • Roher Teig für Kuchen und Plätzchen –wenn Ei enthalten ist – ebenso wie angetautes Speiseeis sind nicht für den Verzehr geeignet.
  • Für das Garen von Speisen gilt: Bei mehr als 70 °C werden Salmonellen nach 10 Minuten sicher abgetötet. Dies gilt auch beim Aufwärmen in der Mikrowelle. Hingegen werden Salmonellen durch das Einfrieren nicht abgetötet.
  • Nach der Verarbeitung von rohen Eiern und nach dem Auftauen von Geflügel und Wild empfiehlt es sich, die Hände und alle Gegenstände, die mit diesen Speisen in Berührung gekommen sind (Geschirr / Besteck, Arbeitsflächen) gründlich mit heißem Wasser zu reinigen.
  • Häufiges und gründliches Händewaschen reduziert die Anzahl von Salmonellen deutlich.
  • Neben der Händehygiene sollte man auch auf die Sauberkeit und den regelmäßigen Wechsel von Küchentüchern usw. achten.

Salmonellen in der Kita und der Kindertagespflege

Salmonelleninfektionen müssen von dem behandelnden Arzt dem zuständigen Gesundheitsamt gemeldet werden bei Verdacht und Erkrankung, wenn die betroffene Person eine Tätigkeit im Lebensmittelverkehr oder in Küchen von Gemeinschaftseinrichtungen ausübt.

Zu melden sind auch Erkrankungen, wenn sie gehäuft auftreten (2 oder mehr Betroffene).

Kinder unter sechs Jahren mit Salmonellenenteritis sind vom Besuch von Gemeinschaftseinrichtungen auszuschließen, solange sie als ansteckend angesehen werden müssen, d.h. solange Durchfall besteht.

Ein Ausschluss von Kindern, die nicht erkrankt sind, die aber Salmonellen ausscheiden, ist nicht gerechtfertigt. Das Infektionsschutzgesetz sieht nicht vor, dass vor einem Wiederbesuch negative Stuhlkulturen abzuwarten sind.

Mehr zum Thema

Das Portal infektionsschutz.de der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung liefert ausführliche Informationen zu Salmonellen: www.infektionsschutz.de/erregersteckbriefe/salmonellen/

Auf Allum (Informationsangebot Allergie, Umwelt und Gesundheit) finden Sie Informationen unter „Salmonellen“

Autoren: Prof. Dr. Karl Ernst von Mühlendahl, M.A. Ulrich Voss

Bildquelle für die Grafik oben rechts (Eier): KFM / pixelio.de.