Masern

Masern (lateinisch: Morbilli) werden durch die hochgradig ansteckenden Masernviren hervorgerufen. Der oft schwere Krankheitsverlauf und häufige Komplikationen (Hirnentzündung, eitrige Lungen- und Mittelohrentzündung, Schwächung des Immunsystems) und die Tatsache, dass in Ländern der Dritten Welt viele Kinder an Masern sind der Grund dafür, dass Masern als ernste, gefährliche Kinderkrankheit angesehen werden muss.

Ansteckung, Inkubationszeit

Masern sind eine „fliegende“ Infektionskrankheit. Die Übertragung geschieht über Tröpfchen, die z.B. beim Husten und Sprechen abgegeben werden.

  • 8 – 12 Tage bis zum Beginn der unspezifischen Vorerkrankung (Prodromalstadium)
  • 10 – 14 Tage bis zum Beginn des typischen Ausschlages

Verlauf

Im Vorstadium treten unspezifische Infektionszeichen auf: Husten, Schnupfen, Halsschmerzen, Heiserkeit, etwas Fieber und (typisch) Bindehautentzündung.

Nach leichtem Temperaturabfall steigt das Fieber nach drei bis vier Tagen wieder an, und dann breitet sich der Ausschlag vom Kopf – oft hinter den Ohren beginnend – über Gesicht, Oberkörper und Bauch nach unten aus. Bei unkompliziertem Verlauf blasst der Ausschlag nach drei bis vier Tagen ab, und es kommt zu einer Entfieberung.

Bei der Hälfte der Patienten finden sich im Elektroenzephalogramm (EEG) Veränderungen, die sich in den allermeisten Fällen zurückbilden, was als Ausdruck einer Hirnmitbeteiligung zu werten ist.

Komplikationen sind: Bronchopneumonie (Lungenentzündung), eitrige Mittelohrentzündung und mit einer Häufigkeit von 1:500 bis 1:2000 eine bedrohliche Hirnentzündung (in einem Drittel der Fälle tödlich, bei 20% Defektheilung).

Impfung

Alle Kinder sowie Menschen, die keine Antikörper haben, weil sie nicht Masern durchgemacht haben und nicht geimpft sind, sollten die zweimalige, aktive Impfung erhalten. Wie nach der Erkrankung mit Wildmasern, resultiert eine lebenslange Immunität. Da die allermeisten Kinder heute kaum noch die Möglichkeit haben, sich anzustecken, ist die Impfung auch wichtig, um dem Immunsystem den früher stets vorhandenen Anreiz zur Reifung zu geben.

Stecken sich ungeimpfte Kinder an, dann ist innerhalb der ersten drei Tage eine aktive Impfung möglich und sinnvoll.

Zum Thema Impfung siehe auch den Beitrag: „BVKJ-Präsident Hartmann zu Masernimpfungen

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