Kopflausbefall (Pediculosis capitis)

Gut zu wissen:

  • Zur Behandlung des Kopflausbefalls empfiehlt sich eine Kombination aus der Anwendung eines Anti-Läusemittels und Auskämmen.
  • Nach einmaliger Behandlung sind die Betroffenen nicht mehr ansteckend.
  • Kitas sind gesetzlich verpflichtet, den Kopflausbefall von Kindern dem Gesundheitsamt zu melden.

Die Kopflaus (Pediculus humanus capitis) ist ein flügelloses Insekt von 2-3mm Größe. Mit den klauenförmigen Endgliedern ihrer Beine klammert sie sich an den Haaren fest und saugt alle 3-4 Stunden Blut. Kopfläuse erreichen ein Lebensalter von ca. einem Monat und können bis zu 150 Eier produzieren.

Kopflaus (Pediculus humanus capitis)

Kopflaus (Pediculus humanus capitis)

Kopflausbefall (Pediculosis capitis) ist eine vor allem bei Kindern zwischen 8 und 12 Jahren weit verbreitete Infektionskrankheit.

Entgegen weitläufig verbreiteter Vorstellungen stellt Kopflausbefall kein Anzeichen für mangelnde Hygiene im Lebensumfeld des Kindes dar.

Symptome und Diagnose

Quälender Juckreiz auf der Kopfhaut legt den Verdacht einer Infektion mit Kopfläusen nahe. Die Untersuchung sollte mit einem Läusekamm erfolgen, den man in der Apotheke erhält. Mit ihm lassen sich ausgewachsene Kopfläuse sowie Eier erkennen und entfernen. Die grau-bräunlichen Eier („Nissen“) sitzen max. 1cm vom Haaransatz entfernt, man findet sie vor allem hinter den Ohren und im Nacken.

Zur Untersuchung empfiehlt es sich, das Haar zunächst mit einer Pflegespülung nass zu machen. Anschließend wird das Haar vom Ansatz bis zu den Spitzen ausgekämmt und der Kamm nach jedem Durchgang auf einem Tuch abgestrichen.

Übertragung und Ansteckungsgefahr

Kopfläuse werden von Haar zu Haar übertragen. Sie sterben rasch ab, wenn sie sich nicht mehr am Kopf befinden. Um eine Ansteckung zu vermeiden ist es wichtig, ein „Zusammenstecken“ der Köpfe von Kindern zu verhindern. Gegenstände wie Mützen, Schals, Kuscheltiere usw. müssen hingegen nach der Behandlung der Betroffenen nicht speziell gereinigt werden.

Nach der ersten Behandlung der Infektion (s. u.) geht von den Betroffenen keine Ansteckungsgefahr mehr aus.

Behandlung des Kopflausbefalls

Zur Bekämpfung der Infektion empfiehlt es sich, den Einsatz eines Anti-Läusemittels (Pedikulozid) mit dem wiederholten Auskämmen (s. o.) zu kombinieren.

Anti-Läusemittel (Pedikulozide)

In höheren Dosen neurotoxisch wirkende Mittel, die Pyrethroide enthalten, sind die „Klassiker“ unter den Anti-Läusemitteln. Als Alternative kommen physikalisch wirksame Substanzen, die Dimeticon (ein nicht toxischer Entschäumer) enthalten und die Atemwege der Läuse verstopfen, sowie Präparate auf pflanzlicher Basis in Frage. Für Letztere wurde die Wirksamkeit lediglich für zwei Produkte, Paranix sowie Mosquito-Läuse-Shampoo, eindeutig nachgewiesen.

Beim Einsatz pyrethroidhaltiger Mittel muss die Behandlung nach ca. 8 Tagen wiederholt werden, um Läuse, die nach der ersten Behandlung noch geschlüpft sind, zu vernichten.

Das Robert Koch-Institut empfiehlt das folgende kombinierte Vorgehen:

  • Tag 1: Mit einem Insektizid behandeln und anschließend nass auskämmen,
  • Tag 5: Nass auskämmen, um früh nachgeschlüpfte Larven zu entfernen, bevor sie mobil sind,
  • Tag 8, 9 oder 10: erneut mit dem Insektizid behandeln, um spät geschlüpfte Larven abzutöten,
  • Tag 13: Kontrolluntersuchung durch nasses Auskämmen,
  • Tag 17: evtl. letzte Kontrolle durch nasses Auskämmen.

Quelle: Robert Koch-Institut: Kopflausbefall. RKI-Ratgeber für Ärzte

Wichtig: Anti-Läusemittel, die Dimeticon und Cyclomethicon enthalten, sind leicht entzündlich; während der Einwirkzeit müssen die Haare unbedingt von Feuer und Hitze aller Art ferngehalten werden.

Meldepflicht und Kita-Besuchsverbot

Nach dem Infektionsschutzgesetz sind Erziehungsberechtigte verpflichtet, die Kindertagesstätte vom Kopflausbefall ihres Kindes in Kenntnis zu setzen.

Die Kita ihrerseits muss den Befall dem Gesundheitsamt namentlich melden und Maßnahmen zur Bekämpfung der Infektion ergreifen.

Unmittelbar nach der ersten Behandlung (Auskämmen und Einsatz eines Anti-Läusemittels) sind die betroffenen Kinder nicht mehr ansteckend und dürfen die Gemeinschaftseinrichtung wieder besuchen.

Kinder, bei denen während ihres Aufenthalts in der Kita Kopfläuse entdeckt werden, dürfen dort bleiben, bis sie abgeholt werden; hierbei sollten enge Kontakte zu anderen Kindern vermieden werden.

Mehr zum Thema auf Allum

Auf Allum (Informationsangebot Allergie, Umwelt und Gesundheit) finden Sie unter „Kopflausbefall“ detaillierte Informationen zu diesem Thema.

Hinweise und Tipps zum Umgang mit Kopfläusen speziell bei Kindern liefert auch der Beitrag „Kopfläuse – was tun“ auf kindergesundheit-info.de.

Bildquelle: Foto oben rechts (Kopflaus): Centers for Disease Control and Prevention, Dr. Dennis D. Juranek.

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